Die Pause ist vorbei

12/10/2014
…. und es geht weiter.
Die Themen, die uns seit Beginn des Jahres beschäftigen, sind immer noch akut. Nichts ist gelöst, nichts ist zumindest beruhigt.

Sah es im Spätsommer aus, als wenn es sich in der Ukraine zum besseren dreht, sind wir im Dezember weiter von einer Lösung, einer friedlichen Lösung wohlgemerkt, entfernt, als jemals gedacht in den vergangenen 25 Jahren seit dem Ende der sich gegenüberstehenden Machtblöcke in Ost und West.

Genauso unverständlich wie die offensichtliche Unwilligkeit der europäischen Politik eigenständig, meint unabhängig von der der USA und in eigenem Interessenumfeld zu agieren, ist die offensichtliche Aufgabe der Kontrollfunktion der deutschen Presse und Medien. Früher als “Vierte Gewalt” verantwortlich für die Aufdeckung verschiedenster Skandale und Rechtsverletzungen, sind die selbsternannten “Leitmedien” zum allergrößten Teil zu einer Propagandadreschmaschine verkommen, denen zu recht Leser bzw. Zuschauer weglaufen, weil die Berichte schon lange nicht mehr mit den eigenen Erfahrungen übereinstimmen. Unwillkürlich drängt sich der Verdacht auf, dass wir auch früher schon massiv belogen worden sind, es aber aber mangels unabhängiger Kontrollmöglichkeit nicht bemerkten.
Heute gibt es zum Glück das Internet mit seiner Vielfalt an Informationsquellen und Auswahlmöglichkeiten. Auch wenn vieles davon sicher angreifbar erscheint, die Deutungshoheit der Presse ist für immer vorbei.
Und das ist gut so!Espresso25

Ein weiteres Thema, was immer wichtiger erscheint: es gibt im Land kein Miteinander mehr, es gibt keinen Willen zum Konsens, zum Kompromiss, zum gemeinsamen Erfolg. Positionen werden immer zementierter, es wird getrennt, statt zusammen zu kommen, künstliche Empörung wird geschürt, Neid wird zur ersten Bürgerpflicht, wenn jemand einen vermeintlichen Vorteil erreicht, wollen alle anderen dafür eine Kompensation, auch wenn sie gar nichts mit dem Thema zu tun haben. “Gerechtigkeit” ist das Schlagwort, jeder darf mitfordern, jeder fühlt sich diskriminiert, wenn seine Forderungen, seien sie noch so egoistisch und absurd, nicht erfüllt werden. Gleichberechtigung (gleiche Ausgangsposition) wird permanent bewusst mit Gleichstellung (gleiches Ergebnis) verwechselt. Eigenverantwortung findet nicht mehr statt. Wenn etwas nicht klappt, wird ein Schuldiger gesucht, es geht nicht darum ein Problem zu lösen, sondern nur noch darum einen Schuldigen zu präsentieren, wenn etwas nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Wir sind eine Nation, in der Bürger einander nicht die Butter auf dem Brot gönnen, in der Reiche grundsätzlich Vebrecher sind und Unternehmer Ausbeuter, die den Arbeitern und Angestellten immer das Stück des Kuchens vorenthalten, dass ihnen selbstverständblich zusteht. Der Deutsche ist des Deutschen schlimmster Feind.
Kurz, im Jahr 2014 leben wir in einem Umfeld, in dem die Leistung des Wiederaufbaus nach dem Krieg, bei dem alle gemeinsam anpackten und in wenigen Jahren aus Trümmern eine solide Wirtschaftsmacht formten, nicht mehr möglich wäre. Wir würden jeder für sich im zerbombten Keller hocken und uns beschweren, dass wir keinen Zement oder keine Steine geliefert bekommen. Unter diesen Bedingungen hätten meine Großeltern nie das Haus bauen können, in dem ich wohne.

Bald mehr, denn das Thema ist noch lange nicht ausgeschöpft.