Explosion durch social media

04/17/2013
Social Media ist immer für eine Überraschung gut.

Am 9. März veröffentlichte ich einen Beitrag zur unsäglichen Behandlung der Südtiroler Band Frei.Wild bei der Echo-Nominierung hier in diesem Blog. Darin werte ich weder Band, noch Musik, sondern nur bestimmte Positionen und Denkweisen in Deutschland,  die ich weder für tolerant, noch für einer demokratischen Gesellschaft würdig empfinde. Wieviele Personen diesen Beitrag gelesen hatten bis heute, weiss ich nicht. Die Likes waren einstellig.
Das wurde heute anders. Die Zahl der Likes explodierte förmlich. Ich habe mich natürlich gefragt, woher kommt das.
Die Antwort ist einfach: Facebook. Der Sänger der Band hat meinen Artikel gepostet, etliche Menschen haben kommentiert und geteilt. Alles innerhalb eines Tages. Dann explodierten die Likes. Und es gibt Kommentare hier.
Die sollten bitte freundlich bleiben, denn ich dulde keine Unhöflichkeiten hier in meinem Blog.

Unkontrollierbare Kommunikation

Dieser Fall ist ein wunderbares Beispiel für Unabhängigkeit und Unkontrollierbarkeit der Kommunikation durch social media in einer vernetzten Welt. Informationen stehen jedem zur Verfügung, man kann sie finden und hat nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Verbreitung. Dazu braucht es keine Verwerter, keine Verlage und keine ErsatzGEZGebühr für den öffentlich-rechtlichen Tropf des selbsternannten Qualitätsjournalismus – aktuell gerne belegt durch den an Peinlichkeit wenig zu übertreffenden Auftritt des Demokratieabgabeerfinders Schönenborn im Interview mit Putin. Fein zusammengefasst auch hierBitteJetztSprechenFFM13
Heute reichen uns offene Augen und ein PC mit Verbindung zum Internet. Facebook, Twitter, mein heimlicher Favorit Google plus, LinkedIn, XING und ein paar versprengte Foren zu Gott und der Welt haben eine Reichweite, von der die Protagonisten der Holzwelt nur träumen können, wenn sie es begreifen würden. Stattdessen bestellen sie bei befreundeten Politkern ein Leistungsschutzrecht und beschränken damit ihre eigene Verbreitung und damit Attraktivität.  Daher verzichte ich hier übrigens auf Nennung und Links zu Befürworterseiten.

Der Irrsinn geht weiter

Der Irrsinn geht aber noch weiter. Die Telekom wird in einer wirtschaftsfeindlichen Aktion die Bandbreite für die Brot- und Butter-DSL Leitung ab einer bestimmten Grenze auf UMTS Niveau reduzieren, Mobilfunkanbieter verbieten VoIP Verbindungen über das Handynetz, bzw. bieten es als kostenpflichtige Zusatzoption.
Beides Fälle von Festhalten an einem alten Geschäftsmodell zu Lasten der Kunden, die dadurch wieder einmal das Gefühl bestätigt bekommen, nicht wirklich ernst genommen zu werden. Aber es besteht Hoffnung, dass die Kunden merken, wie sie verschaukelt werden und wie man so schön sagt, mit den Füßen abstimmen. Es gibt ja Alternativen …

…und eben social media als individuellen Multiplikator beliebiger, selbsterstellter Themen und Meinungen. Ein Stück Meinungsfreiheit und damit echte, gelebte Demokratie!