Propaganda, Propaganda, Propaganda

10/09/2015
Die Propaganda, die seit einiger Zeit über uns hereinbricht, verhöhnt alles, was ich jemals über die demokratische Errungenschaft namens freie, unabhängige Presse gelernt habe. Es gibt in den deutschen “Qualitätsmedien” so gut wie keine Nachrichten mehr, es sind alles Wertungen – schon in Überschriften – oder Meinungen.

Was die geneigte Leserschaft zu denken hat, wird bis ins Kleinste vorgegeben. Selbst in den wildesten Zeiten des kalten Kriegs, hätte keine ernstzunehmende Publikation in Deutschland einen ausländischen Spitzenpolitiker derart persönlich angegriffen, diabolisiert, wie es seit 2013 mit Herrn Putin geschieht. Die Journalisten in der ersten Reihe sind derart von Sendungsbewusstsein und vor allem Größenwahn befallen, vollkommen frei von jeglicher Selbstreflektion, dass sie nicht einmal mehr merken, wenn ihre Kommentare lächerlich werden. Putin ist kein Diktator, der sein Volk knechtet, im Gegenteil, die Russen stehen in einem Maße hinter ihm, davon wagt kein westlicher Politiker auch nur zu träumen.
Aber in der Denkschule des ewig Guten ist das ein Fall, der nicht vorkommen darf, die Division durch Null.

Division durch Null

Ein ausländischer Politiker, der nicht nach westlichen “Werten” strebt und bestimmte Dinge anders macht und den hiesigen Zeitgeist ignoriert, kann nur ein Diktator sein, dessen unterdrücktes Volk nur einen kleinen Anschubser braucht, ein paar Milliarden, ein paar “Menschenrechts”-NGOs, ein paar Waffen, um ihn hinweg zu fegen.
Genau das wird aber nicht passieren, denn weder Russen, noch Chinesen – die sind schließlich die nächsten auf der Liste – werden dem Aufbau einer “demokratischen”, von ausländischen NGOs finanzierten Opposition, tatenlos zusehen und die betreffenden Völker selber auch nicht. Wie gesagt, Russen, die russische Kirche – im Westen eine vollkommen ignorierte Größe – das russische Militär und auch die Intelligenzia streben eben nicht nach unseren “Werten”. Und die Chinesen erst recht nicht. Vielleicht liegt es daran, dass beide Völker eine lange eigene Geschichte haben, gerade Russland hat eine eigene, stark ausgeprägte nationale Identität und eine alte Kultur und das wiegt schwerer, als ein paar Demonstranten mit Unterstützung einiger US-Senatoren.

Die Tragik des Scheiterns

Die große Tragik der deutschen Frontjournalisten ist nicht nur ihre mehr oder weniger offen geifernde Kriegsgeilheit, nein, es ist die Sicht auf das eigene Scheitern. Die Erfolglosigkeit ihrer heiligen Vokserziehungsmission; trotz jahrelangen Bemühungen deutsche Medien in Sachen Diffamierung und Hetze ist Putin immer noch Präsident Russlands, erweitert seinen Machtbereich noch und findet machtvolle Verbündete.
Die Erkenntnis, dass das westliche Erfolgsmodell am Ende ist, an seinen inneren Widersprüchen erstickt und längst nicht universal erstrebenswert, wird auch den deutschen Journalismus ereilen.

Und in der Zwischenzeit sitzt Joseph Goebbels breit grinsend auf einem glühenden Holzkohlescheit irgendwo in der Hölle.
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