Wir haben es nicht anders verdient

10/08/2014
Ukraine, IS, Ebola, Flüchtlinge … wir haben richtige Probleme, die die ganze Welt und alle Menschen betreffen. Aber zumindest in Deutschland gefallen wir uns im täglichen Klein-Klein.

Wir diskutieren die AfD, jedenfalls manche, andere sagen nur “Nazi” und die Diskussion ist beendet. Selbstverständlich ohne sich konkret mit Programm und Zielen dieser Partei auseinandergesetzt zu haben. Die Medien haben durch ihre konsequente Abwertung bis hin zur Hetze das ihre dazu beigetragen, dass die Partei so erfolgreich wurde. Es hat sich gezeigt, Ausgrenzung funktioniert nicht, im Gegenteil.

Wir diskutieren das Büchlein der Initiatorin von #aufschrei, die sich als Berufsdiskriminierte geriert und damit Geld verdienen will und jüngst auf Twitter dazu aufruft, ihr Produkt postiiv zu rezensieren und die negativen Rezensionen zu bashen (links hier) und wer gegen diese Art Manipulation redet bzw. schreibt ist … was auch sonst: “Nazi”. Dabei zeigen die Reaktionen auf andere Ansichten eine Hysterie, die mir nicht mehr steigerbar scheint und entlarven so die Gemeinde als winzig und weit entfernt von der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen in diesem Land.
Das sind nur zwei Beispiele für Themen, die unterstützt von zeitgeistig-trendigen Medien durch die Republik irrlichtern. Allerdings findet zumindest letzteres anscheinend deutlich weniger Unterstützung, als gedacht, daher werden die Angriffe gegen alle Andersdenkende immer hysterischer.

Da es aktuell um die Ukraine etwas ruhiger geworden ist, stehen  einige andere wichtige Themen vorne.

Ebola

Ebola wird gerade eine weltweite Herausforderung, die anscheinend noch nicht wirklich in ihrer gesamten Tragweite erkannt wurde. Der Umgang mit der Seuche ist anscheinend, so weit ich das aufgrund der aktuellen Meldungen beurteilen kann, derzeit noch halb-professionell. Als ob die reale Gefahr unterschätzt wird. Wenn sich die US-Regierung entschließt, 3.000 Soldaten nach Westafrika zu entsenden, um Strukturen zur Bekämpfung der Seuche zu schaffen und zu unterhalten, dann lese ich trotzdem gelegentlich Beiträge von guten Deutschen, die den USA wieder imperiale Absichten unterstellen, aber keinesfalls, den Menschen helfen zu wollen. Auf die Idee, dass wirksame Bekämpfung mit klaren Befehlsstrukturen, passender Ausrüstung und schneller Reaktion wesentlich effektiver ist, als Diskussionsrunden, Ausschüsse und Gleichstellungsbeauftragte kommen diese Herrschaften leider nicht.
Vermutlich brauchen wir noch viel mehr Soldaten, um die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

IS

Die islamistische Terrorbande namens IS greift ungebrochen alles an, für das unser Wertesystem steht und die Stimmen der alten Herren, die noch einen Krieg erlebt haben, werden von den jungen Medienstars verdrängt, die meinen alles zu wissen und alles zu können. Ich bin sicher, dass was z.B. ein Herr Scholl-Latour in seinem Leben vergessen hat, ist deutlich mehr, als seine journalistischen Nachfolger von Kleber über Roth bis Schönenborn und ihre Widerparts bei den Verlagen von Bild bis Zeit jemals wissen werden. Gerade die Entwicklung und die Saat, aus der die IS enstand und wer diese Truppe durch seine unüberlegte Politik päppelte, bis sie sich gegen alles und jeden wandte, beschreibt Scholl-Latour sehr genau in seinem letzten Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der abseits der Mainstreammedien etwas über Ursachen und Hintergründe erfahren möchte.
Der aktuell tobende Kampf um die syrische Grenzstadt Kobane zeugt eindrucksvoll vom völligen Versagen der westlichen Werteordnung und zudem vom völligen Zusammenbruch der US-Politk der Einmischung im Nahen Osten, die 1990 in Kuweit begann und ihren traurigen Höhepunkt in dem mittels eines Lügengebildes vom Zaun gebrochenen Kriegs gegen Saddam Hussein 2003 hatte. Es ist das Finale einer Sinfonie des Grauens für die Menschen dort.

Flüchtlinge

Ein Thema, dass nicht erst seit den Büchern des seither verfemten Herrn Sarrazin die Gemüter erhitzt und ähnlich deutlich wie die Ukraine Krise die Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung zeigt. Die mediale Dauerberieselung, die dem Volk einredet, Flüchtlinge sind bedingungslos aufzunehmen, prallt zunehmend ab, wie man am Beispiel der AfD sehen kann. Es werden Ideologien hochgehalten, Deutsche als Nazis beschimpft und alles getan, um Einfluss und Pfründe zu erlangen und die Deutungshoheit für Begriffe. Anscheinend gibt es gesellschaftlich relevante Gruppen die ihren Tag damit verbringen, zu suchen, welche Minderheiten (Afrikaner, Moslems, Sinti/Roma, …) aktuell wieder von Deutschen diskriminiert werden. Bestimmte Parteien und deren verbundene Medien unterstützen dabei nach Kräften. Dabei halten sich diese Stellen in ihrem öffentlichen Auftreten, wie dieser Bericht wunderbar zeigt, nicht unbedingt an Fakten, aber trotzdem für derart unfehlbar, dass jeder Papst erblassen würde. Wenn bei den Bürgern eine ganz normale Gegenbewegung einsetzt empören sie sich natürlich.
Die Flüchtlinge selber fallen dabei hinten ‘runter.
Niemand traut sich an das Thema Einwanderungsgesetz, nach wie vor wird unser Asylrecht als Hebel für eine unkontrollierte Einwanderung mißbraucht. Dabei wäre es einfach, mit einer konkreten Einwanderungsregelung einen (notwendigen) Zuzug ausländischer Menschen einen Konsens aller gesellschaftlichen Gruppen im Land zu erreichen. Aber das scheint nicht gewünscht.

Drei Beispiele, die zeigen, was die Welt bewegt, während wir uns in Deutschland im Klein-Klein verzetteln. Wir vermeiden, Verantwortung zu übernehmen, Probleme anzugehen, zu lösen und ein gesellschaftliches Miteinander zu erreichen. Wir wollen trennen, wir brauchen Feindbilder, wir brauchen die eigene Blase und vor allem, jemanden, der schuld ist!

Wir haben es nicht anders verdient.